Nun hat also das ekelhafte Yuppitum die Niederungen des Proletariates erreicht, 28% des Wahlvolkes stimmen für Rechtsextreme, 25% fühlen sich offenbar immer noch von rückständigem Spießertum angezogen, bei den Jungwählern sind die Rechtsextremen ja laut Umfragen schon vorne.
Wer sich darüber wundert, sollte sich vor Augen halten, dass dies womöglich das Ergebnis des konservativen Backlashes ist, der mit Thatcher und Reagan eingeleitet wurde und mit deutlicher Verspätung nun Österreich erreichte. Die VP, die "bürgerlich" ja immer im Sinne von "Untertanen" verstand und nicht im Sinne von "Citoyen", also den kritisch denkenden, aufgeklärten und selbsbewussten Staatsbürger/innen, hat ja in den letzten Jahrzehnten (und eigentlich eh' immer schon) alles daran gesetzt, dass sich eine solidarische Gesellschaft aufspaltet in Millionen konsumorientiert-kulturproletarische Ich-AGs mit reaktionär-antiaufklärerischen Denkgerippen, vieleicht noch mit einem Schuss Esoterik.
Leider hat es die Linke nicht geschafft, da irgendwie dagegen zu halten, ist aber auch schwierig gegen dieses eklige Populistenschreihalstum, dem der ach so brave Bürger ja doch immer wieder insgeheim recht gibt...
Aber es geht ja noch viel schlimmer, wenn man in unser südliches Nachbarland Italien blickt, wo man einer ganzen Bevölkerungsgruppe Fingerabdrücke abnehmen möchte. Warum nicht gleich einen speziellen Stempel im Pass? So langsam könnte man sich durchaus einen Boykott von italienischen Produkten oder Reisen dorthin überlegen...
Das es aber auch immer wieder Lichtblicke gibt, zeigt dieser Link: derstandard.at/uteblock
Zum Schluss noch etwas zum Thema Bankencrash, auch der eine Folge des konservativen Backlashes
"Aber derzeit geht es nur darum, den Banken schnell Geld nachzuwerfen. Auch wenn das 700-Milliarden-Dollar-Paket vorerst gescheitert ist - für den Theologen Klaus Gabriel ist es allein ein Skandal, dass ein Staat innerhalb weniger Tage in der Lage gewesen wäre, soviel Geld aufzubringen, während für andere Probleme nichts da ist: "Wir bräuchten 35 Milliarden Dollar, um Hunger zu bekämpfen. Und dieses Geld bringt man nicht zusammen. Wenn die Finanzmärkte krachen, weil ein paar Manager ihre Institute an die Wand fahren, kriegt man sofort über Nacht 700 Milliarden Dollar zusammen. Und in der Frage des Hungers oder der Armut ist das einfach nicht möglich." (Ö1-Mittagsjournal siehe oe1.orf.at/inforadio/96607.html)